Donnerstag, 3. Dezember 2015

Was wollten uns die Tagesthemen mit dem Bild suggerieren ?


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Haben Sie am Montag, 30.11.2015, auch „Hart aber fair“ gesehen? Ist Ihnen auch aufgefallen, wie vehement Frank Plasberg immer wieder versucht hat, Frauke Petry auf den Begriff „Lügenpresse“ festzunageln.
Ja, die Bezeichnung „Lügenpresse“ scheint insbesondere die öffentlich rechtlichen Medien ins Mark zu treffen. Sie liegen allerdings falsch, wenn sie diesen plakativen Slogan wörtlich auslegen. Es geht dabei nicht um eine bewusst falsche Berichterstattung. Nein. Er geht viel weiter.
Er umfasst vielmehr eine nicht objektive, wenig ausgewogene, einseitige, durch gezielte Gewichtung in eine gewünschte Richtung lenkende, manipulative Berichterstattung oder wie Helmut Markwort es im Focus ausdrückt: „Aktuell glauben viele, dass Medien aus missionarischen Motiven Probleme verniedlichen und die Realität nicht korrekt schildern“.
Gleich nach "Hart aber fair" lieferten die Tagesthemen ein anschauliches Beispiel, als Caren Mioska obiges Bild erläuterte.
Es ging anläßlich der Eröffnung des Weltklimagipfels in Paris um die CO2-Belastung pro Kopf der Bevölkerung. Was wollte uns die ARD mit dem Bild suggerieren? Dass es erstrebenswert sei, so wie die Inder zu leben? Dass Indien viereinhalb mal weniger CO2 ausstößt als Deutschland und wir deshalb ein schlechtes Gewissen haben müssen, obwohl Indien eines der schmutzigsten Länder der Welt ist?  Das nenne ich Irreführung insbesondere des unkritischen Zuschauers. Das ist in meinen Augen manipulativ. 
Für das Klima ist es nämlich unbedeutend, wie viel CO2 ein einzelner Mensch erzeugt. Da kommt es auf die absolute Menge an. Und, um im obigen Bild zu bleiben, in Indien ist die CO2 Belastung  bei 1,3 Milliarden Menschen  mit 2,5 Milliarden Tonnen fast 3,5 mal höher als bei uns (777 Mio. Tonnen). Von den USA (5,3 Mrd. Tonnen) oder China ( 8,4 Mrd. Tonnen) gar nicht zu sprechen. Diese Werte kann man alle bei „Statista“ nachlesen. 
Dem  unkritischen Tagesthemen-Zuschauer aber wird suggeriert, dass Deutschland nach den USA das meiste CO2 emittiert. Damit soll der Boden bereitet werden, um den deutschen Verbrauchern noch mehr Geld für einen weitgehend ideologisch begründeten deutschen Beitrag zum Klimaschutz aus der Tasche zu ziehen und eine Steigerung einer riesigen Umverteilungswelle von mehr als 24 Mrd. Euro/Jahr in die Taschen von Investoren zu erreichen. Den Boden für Kimaideologen, um Milliarden in alternative Energiequellen,  teure Technologien, strengste Grenzwerte (mit denen man z.B. die Automobilindustrie knebelt) und Dämmvorschriften zu investieren, um das letzte Gramm Kohlendioxid einzusparen - während in China und Indien die Schlote rauchen und noch für Jahrzehnte ein Vielfaches an CO2 in die Luft blasen (Focus).  Deutschland allein kann das Weltklima nicht retten. Nun müssen erst einmal andere ihre Hausaufgaben machen.

Sonntag, 22. November 2015

Flüchtlingskrise : "Migration produziert mehr Migration"

Warum wir uns in die Köpfe der Flüchtlinge hineindenken müssen. Ein Gespräch mit dem amerikanischen Zuwanderungsforscher Demetrios Papademetriou.

DIE ZEIT: Gibt es "gute" Grenzen? Grenzen, die Staaten schützen, ohne brutal zu sein?
Demetrios Papademetriou: Das ist eine höllisch schwierige Frage.
ZEIT: Gut, einfacher: Lassen sich Grenzen sichern?

Papademetriou: Natürlich. Praktisch alle Staaten der Erde tun das, mit Erfolg. Es gibt keine Region auf der Welt, die solche Schwierigkeiten hat, ihre Grenzen zu schützen wie Europa. Wenn ich mit Beamten oder Politikern in Brüssel spreche, bin ich jedes Mal schockiert, dass sie überzeugt sind, sie könnten nichts tun, um die Wanderungsbewegungen von Menschen zu beeinflussen. Dabei war kein anderes Thema jemals von solch existenzieller Bedeutung für Europa wie die Flüchtlingskrise.
ZEIT: Wie lassen sich Grenzen sichern? Die Kanzlerin sagt, Zäune helfen nicht.
Papademetriou: Das stimmt nicht. Es gibt jede Menge Optionen, um Grenzen zu sichern, und sie alle sind mit internationalem Recht vereinbar.

Montag, 16. November 2015

Flüchtlingskrise: TV-Kritik: Günther Jauch Der IS wird immer noch unterschätzt - FAZ 16.11.2015, von Michael Hanfeld

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht den IS auf dem Rückzug, und von „Krieg“ will bei Günther Jauch auch niemand sprechen. Wie fundamental die Bedrohung ist, haben offenbar nicht alle verstanden.
Die Massenmörder, die am Freitagabend in Paris 132 Menschen getötet und mehr als dreihundert verletzt haben, hatten ein noch viel größeres Verbrechen vor. Ihr Ziel war, ins Stade de France zu gelangen und vor laufenden Kameras, vor Millionen Zuschauern, ein Massaker unter den achtzigtausend Menschen im Stadion anzurichten.
Am 13. November 2015 wollte die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ in Paris die Attentate, die Al Qaida am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten verübte, noch in den Schatten stellen und der ganzen Welt zeigen, was viele Menschen schon so verstanden haben: Das ist Terror, der sich als legitime, gottgewollte Kriegstaktik versteht. Das ist Terror, der allen Andersdenkenden und Anderslebenden gilt. Das ist Terror, dessen religiös-faschistische Urheber der ganzen Welt den „totalen Krieg“ erklärt und zum Ziel haben, dass diese Welt untergeht.

Freitag, 13. November 2015

Flüchtlingskrise: Vor der eigentlichen Belastungsprobe - Deutschland kippt

Von Tomas Spahn
Die Bundesrepublik Deutschland erlebt gerade den Verlust ihrer Mitte. Viele wollen echten Flüchtlingen helfen - aber sie wollen darüber nicht ihre Heimat verlieren.
Unsere Bundesregierung hat sich in trauter Gemeinsamkeit mit unseren Medien sehr viel Mühe gegeben, die insbesondere Deutschland derzeit überrollende Völkerwanderung schön zu reden. So schien es anfangs auch, als würde das ganz gut funktionieren. Jene damals noch wenigen, die sich dem verordneten Mainstream verweigerten und dieser Verweigerung bei Pegida-und-Co-Demos Ausdruck verliehen, konnte man schnell in die rechte Ecke stellen und als „Pack“ unterpflügen. Meinte man.

Mittwoch, 11. November 2015

Flüchtlingskrise: Sieben Leitlinien für die Flüchtlingskrise

Gastbeitrag von Boris Palmer in der FAZ v. 10.11.2015
In der Flüchtlingsdebatte scheint es nur Extreme zu geben. Dabei brauchen wir eine lösungsorientierte Debattenkultur in einer zutiefst strittigen und den Kern des menschlichen Daseins berührenden Frage. Sieben Punkte, die uns in der Flüchtlingskrise voranbringen. 
In der Flüchtlingsdebatte scheint es nur Extreme zu geben. Zwischen Willkommens-Teddybären und Pegida-Galgen ist ein nüchtern-sachlicher Diskurs kaum noch möglich. Wer Zweifel daran äußert, dass Deutschland die immer weiter wachsenden Flüchtlingszahlen noch lange bewältigen kann, wird in einen Topf mit Rechtsradikalen geworfen, muss sich aber mindestens gefallen lassen, angeblich deren Geschäft zu besorgen. Wer Hilfe für Flüchtlinge weiterhin für moralisch geboten und in einer reichen Gesellschaft für leistbar hält, wird mindestens als Heuchler oder Gutmensch beschimpft und gefragt, wie viele Flüchtlinge man schon in der eigenen Wohnung aufgenommen habe. Unter die Räder gerät so die dringend nötige Suche nach einem hinreichend großen Konsens in dieser für unsere Gesellschaft mittlerweile existentiellen Frage. Was wir brauchen, ist eine lösungsorientierte Debattenkultur in einer zutiefst strittigen und den Kern des menschlichen Daseins berührenden Frage. Ich möchte dafür sieben Leitlinien vorschlagen.